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HAMBURGER FASHION-LABEL

MOJO: Streetwear mit Kultfaktor aus der Schanze

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Das Label MOJO überrascht uns immer wieder: Denn neben den normalen Kollektionen bringt Gründer André immer wieder starke Kult-Kollabos raus – wie zuletzt die MOJO x Erika‘s Eck Kollektion. Wir haben ihn in seinem kleinen Shop-Atelier getroffen und verraten mehr über das coolste Label der Stadt, das Team dahinter und neusten Pläne.

Im vergangenen Jahr zog sich an einem lauen Sommerabend plötzlichen eine lange Schlange durch die sonst eher ruhige Kampstraße – und vor dem kleinen Shop des Modelabels MOJO drängelten sich die Leute. Grund für den Hype war der Release der MOJO x Erika’s Eck Kollektion. Jeder wollte eins der lässigen T-Shirts oder Hoodies mit dem Logo-Druck ergattern. Nach zweieinhalb Stunden hieß es allerdings: Ausverkauft! Wer leer ausging, blieb trotzdem und feierte den Release mit einer Knolle in der Hand auf der Straße weiter oder holte sich noch einen „Snack“ beim Kult-Imbiss mit seiner legendären Hausmannskost ein paar Häuser weiter.

 

 

„Wir waren schon immer Fans von Erika's Eck – und das nicht nur wegen der unmittelbaren Nachbarschaft“, erzählt uns Label-Gründer André Gießelmann. „Irgendwie sind wir dann spontan drauf gekommen, Pullis mit dem Logo zu designen und sind mit dem Entwurf rüber. Die Leute vom Laden waren erstmal skeptisch, ob sowas überhaupt jemand kaufen würde. Eine Woche später haben wir aber die Ware bestellt – und es lief.“ Für das Shooting der Kollektion waren sogar einige der Imbiss- Mitarbeiter und Stammgäste am Start.

 

Handmade Unikate und Kollektionen

Das Label MOJO hat André 2007 gegründet – damals noch unter dem Namen MOJO Snowboarding. „Ich habe schon davor öfters T-Shirts oder Hoodies für meine Freunde gestaltet“, erzählt André, der in Braunschweig Medienwissenschaften studiert hat und eigentlich Sportjournalist werden wollte. „Ich hatte total Spaß daran und auch die Nachfrage wurde immer größer. So ist daraus das Label entstanden.“ Für Streetwear interessierte sich der Eimsbüttler schon länger – vor allem für die klassischen Styles der 80er-Jahre mit wenigen Grafiken oder Sprüchen. So pinselte er anfangs das Logo ganz einfach selbst auf die Klamotten.

Mittlerweile werden die MOJO Kollektionen fair in Portugal produziert. Der reduzierte Stil und der handmade Ansatz sind aber bis heute geblieben. Als wir André in seinem Atelier im MOJO Shop treffen, arbeitet er gerade an einer Retro-Kollektion, für die er wieder zu Farbe, Logo-Schablone und Pinsel greift. Auch die „normalen" Sommer- oder Winter-Kollektionen sind ausschließlich als limitierte Editionen erhältlich. Viele der Stücke sind sogar Unikate.

 

Shop mit Wohnzimmeratmosphäre

Nach der Gründung des Labels verkaufte André die Klamotten zuerst nur über einen Onlineshop. Im Jahr 2015 eröffnete dann der MOJO Store in der Kampstraße. Der kleine Shop ist im Grunde so muckelig wie ein Wohnzimmer: Eine Couch lädt zum Chillen ein, es läuft entspannter Hip-Hop und im Kühlschrank findet man immer eine kalte Limo. Die Einrichtung des Ladens sorgt mit viel Liebe zum Detail für #interiorinspo: Die Kleidungsstücke sind auf Industrial-Style-Regalen drapiert und Accessoires wie Taschen, Caps sowie Mützen liegen auf großen Tischen aus Holzpaletten. Im Sommer kann man es sich vor dem Shop unter der Markise auf einer Holzbank gemütlich machen und die vorbeikommenden Fußgänger beobachten. Aber natürlich erst nachdem man die aktuellen Kollektionen bestaunt und vielleicht das ein oder andere Teil geshoppt hat!

Für André ist die Location gleichzeitig auch sein Atelier. In einem kleinen Hinterzimmer arbeitet er an neuen Designs, kümmert sich um den Kundenservice und Social Media. „Hier kann man auch mal eine Idee – so wie jetzt gerade die Retro-Kollektion – zwischenschieben und einfach direkt umsetzen“, erzählt er. „Das ist auch das Besondere an MOJO: Wir sind zwar schon zehn Jahre alt, aber bis heute ein kleines, individuelles Label geblieben.“

 

Die MOJO-Family

Was außerdem auffällt, wenn der Gründer über das Label spricht: Er verwendet immer die Wir-Form. „Das MOJOTeam ist tatsächlich wie eine Familie für mich! Auch als wir unser 10-jähriges Jubiläum gefeiert haben, war das einfach eine fette Familienfeier“, erzählt er. „Es sind so tolle Menschen dabei und viele kommen aus meinem Freundeskreis, wie beispielsweise unser Fotograf, der Filmemacher, der Grafiker und der Designer.“ Auch für die Shootings der Kollektionen stehen oft Bekannte von André vor der Kamera.

Gleichzeitig ist die Hamburg-Base um das Label groß: Mit den Salt&Silver Jungs ist André eng befreundet und verkauft ihr Reise-Kochbuch in seinem Shop. 2016 gab es außerdem einen limitierten Kollabo-Hoody mit dem Kleinen Donner – und natürlich wurde die dazugehörige Release- Party im Club gefeiert. Auch mit dem Hamburger Kult- Kümmelschnaps Helbing gibt es immer wieder stylische Zusammenarbeiten. Und mit dem direkt benachbarten B-Lage Shop schloss sich MOJO mittlerweile schon vier Mal für einen Streetwearflohmarkt zusammen.

 

Neue Kult-Kollektion

Für die Zukunft plant André auch weiterhin nicht auf Masse, sondern auf bewusst ausgewählte Kollaborationen zu setzen. Die neuen Winterpieces erscheienen pünktlich zum Kälteeinbruch ab Ende Januar. Dazu verrät der Gründer: „Es steht eine Kollektion in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Xuli in den Startlöchern!“ Die Hamburgerin arbeitet im Bereich Typographie, Lettering and Graphic Design und steuert mit ihrer unvergleichbaren Handschrift sogenannte Calligraffitis für die Kleidungsstücke bei. Und es gibt noch eine Top-News, die wir an dieser Stelle schon mal leaken können: „Die Erika’s Eck Teile kamen so gut an, dass wir Anfang des Jahres neue Hoodies raushauen werden.“ Oh yes! Wenn ihr das hier also lest, geht am besten schnell im MOJO Store vorbei oder schaut online nach, ob ihr schon eins der limitierten Teile ergattern könnt. Mehr Hamburger Streetstyle geht nicht.

Text: Lesley-Ann Jahn | Fotos: Valentin Ammon (2), Thang Dai (4)

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